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Digital geplante Ernährung gewinnt den Altenheim Hauswirtschafts-Preis 2025

Redakteur Tino Schaft von der Fachzeitschrift Altenpflege führte ein Interview mit Manuel Jösting, Veronika Schaper und Julian Obermeier zur Verbindung von Digitalisierung, Ernährung und Pflege im Seniorendomizil Riepenblick in Hameln. Die Einrichtung wurde für ihr Konzept mit dem Altenheim Hauswirtschafts-Preis 2025 ausgezeichnet. Die Jury würdigte insbesondere multiprofessionelle Zusammenarbeit und digitale Innovation. Die mit 3000 Euro dotierte Auszeichnung wurde auf dem Altenheim Managementkongress in Köln verliehen.

Das Seniorendomizil Riepenblick gewinnt den Altenheim Hauswirtschafts-Preis 2025 mit digitaler Planung und bedarfsgerechter Ernährung. Foto: iStock.com/Goodboy Picture Company

Digitale Vernetzung im Versorgungsalltag
Als Pilotanwender nutzt das Seniorendomizil eine KI basierte Plattform des Start-ups Culinu. Sie vernetzt Pflege, Küche, Hauswirtschaft und begleitende Dienste digital. Nach Angaben der Verantwortlichen führte die Einführung zu einer deutlich engeren Zusammenarbeit der Berufsgruppen. Abläufe wurden klarer strukturiert und der organisatorische Aufwand für Mitarbeitende reduziert. Ein integriertes Baukastensystem unterstützt die Küche dabei, das Speisenangebot zu erweitern und die Ernährung systematisch zu optimieren.

Ernährungsphysiologische Transparenz
Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht hat sich die Arbeit durch die digitale Datengrundlage vereinfacht. Nährwertangaben zu Proteinen oder Makronährstoffen lassen sich transparent darstellen und intern vermitteln. Dadurch können Sonderkostformen besser eingeordnet werden. Für Bewohner:innen bedeutet dies eine größere Vielfalt im Speiseangebot. Eingesetzt werden unter anderem pflanzliche Proteine, hochwertige Öle sowie Spezialnahrung für Menschen mit Demenz. Bei Kau oder Schluckstörungen stehen unterschiedliche Konsistenzstufen wie passierte Kost oder Smoothies zur Verfügung.

Qualität trotz begrenztem Budget
Die größte Herausforderung in der Versorgung bleibt das begrenzte Budget von 6,50 Euro pro Tag für die gesamte Verpflegung. Digitale Unterstützung hilft, Wirtschaftlichkeit und Nährstoffdichte miteinander zu verbinden. Das Team setzt auf Smoothfood, hausgemachte Trinknahrungen und energiereiche Anreicherungen wie Bio Rapsöl. Für Bewohner:innen mit Schluckstörungen werden konsistenzgerechte Speisen nach IDDSI-Standard entwickelt. Das Konzept basiert auf qualifiziertem Fachpersonal in Küche, Hauswirtschaft und Ernährungswissenschaft und wird durch regelmäßige Schulungen und Qualitätszirkel gesichert. Perspektivisch plant das Seniorendomizil eine Ausweitung auf Essen außer Haus, bei der auch Externe bedarfsgerecht versorgt werden können. Die Beteiligten sehen in der digitalen Ernährungsplanung einen wichtigen Hebel für Bewohnerzufriedenheit und Entlastung im Pflegealltag.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie im aktuellen „Digitalisierung“ der Fachzeitschrift Altenpflege (12/2025). https://www.altenpflege-online.net/epaper/