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Analyse: Jede dritte Pflegekraft in Deutschland ohne deutschen Pass
Laut einer Analyse des Jobportals Pflegia hat ein Drittel der aktiv Jobs suchenden Pflegekräfte keinen deutschen Pass. Besonders bei Berufseinsteiger:innen kommt mehr als jede zweite Pflegekraft aus dem Ausland.
Die Pflege in Deutschland wird immer internationaler – insbesondere dort, wo Fachkräfte aktiv nach neuen Stellen suchen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Analyse des Jobportals Pflegia von über 101.000 Jobsuchenden. Ein Drittel (33,2 Prozent) der registrierten Pflegekräfte habe demnach keinen deutschen Pass. Besonders stark ausgeprägt sei dieser Trend bei Berufseinsteiger:innen ohne Erfahrung: Mehr als jede zweite neue Pflegekraft (53,3 Prozent) kommt aus dem Ausland.
„Unsere Daten spiegeln nicht den Gesamtmarkt, sondern vor allem die Pflegekräfte wider, die aktiv auf Jobsuche sind“, erklärt Pflegia-Geschäftsführer Felix Westphal in einer Pressemitteilung und sagt: „Gerade hier zeigt sich, dass internationale Pflegekräfte eine Schlüsselrolle beim Nachwuchs spielen, ohne sie wäre die Fachkräftesicherung kaum denkbar.“
Internationale Fachkräfte stärken Vielfalt
Die Analyse zeigt laut Pflegia auch Unterschiede zwischen den Geschlechtern: 39,1 Prozent der männlichen Pflegekräfte haben demnach keinen deutschen Pass, bei den Frauen seien es 21,9 Prozent. Internationale Fachkräfte erhöhten damit die Vielfalt in der Pflege – sowohl in Bezug auf kulturelle Hintergründe als auch in der Geschlechterverteilung in einem traditionell weiblich dominierten Berufsfeld.
Je operativer die Tätigkeit, desto höher sei der Anteil internationaler Fachkräfte: 36,6 Prozent der Pflegehilfskräfte haben laut der Analyse keinen deutschen Pass, bei Pflegefachkräften liege der Anteil bei 27,1 Prozent. In Führungspositionen dagegen dominierten weiterhin Pflegekräfte mit deutscher Staatsbürgerschaft – nur sieben Prozent der Einrichtungsleitungen und 9,6 Prozent der Pflegedienstleitungen kommen demnach aus dem Ausland.
„Viele internationale Pflegekräfte starten als Hilfskräfte, obwohl sie aus ihren Herkunftsländern oft Erfahrung und Qualifikationen mitbringen“, so Westphal. Er erklärt: „Häufig liegt das an langwierigen Anerkennungsverfahren und fehlenden Unterstützungsstrukturen. Gerade darin liegt aber auch eine Chance. Mit gezielter Integration, beschleunigten Anerkennungen und Weiterbildungen können Einrichtungen nicht nur zusätzliche Fachkräfte gewinnen, sondern internationalen Kolleg:innen auch echte Aufstiegs- und Zukunftsperspektiven eröffnen.“
Nachwuchs-Trend: Zukunft der Pflege ist international
Besonders deutlich wird der Trend laut der Pressemitteilung in den jüngeren Generationen: Bei Berufseinsteiger:innen ohne Erfahrung sei die Mehrheit international (53,3 Prozent). Mit zunehmender Berufserfahrung sinke der Anteil: Bei mittleren Jahrgängen (3–10 Jahre Erfahrung) liege er noch bei 23,1 Prozent, bei über 10 Jahren nur noch bei 11,9 Prozent.
„Die Pflege von morgen wird international geprägt sein – das zeigen unsere Daten klar“, betont Westphal und erklärt: „Umso wichtiger ist es, diese Pflegekräfte von Anfang an gut zu integrieren und langfristige Entwicklungsperspektiven zu schaffen.
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