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Pflegeforscher fordert Beiträge auf Kapitalgewinne und Mieteinnahmen

Die Eigenanteile in Pflegeheimen steigen weiter. Professor Heinz Rothgang sieht darin ein Systemversagen und fordert eine Deckelung der Kosten für Heimbewohner.

Prof. Dr. Heinz Rothgang fordert, die monatlichen Zuzahlungen der Pflegebedürften dauerhaft auf einen Höchstbetrag zu begrenzen. Foto: David Ausserhofer

Der Bremer Pflegeexperte Prof. Dr. Heinz Rothgang drängt auf eine strikte Begrenzung der finanziellen Belastungen von Heimbewohnern. Durch den sogenannten Sockel-Spitze-Tausch würden die Eigenanteile dauerhaft auf einen Höchstbetrag gedeckelt, sagte der Forscher laut epd. „Wenn das jetzt nicht umgesetzt wird, wird der Unmut in der Bevölkerung zunehmen“, warnte Rothgang.

Die durchschnittlichen monatlichen Eigenanteile belaufen sich im ersten Jahr im Pflegeheim bundesweit auf mehr als 3.200 Euro. Sie sind damit fast doppelt so hoch wie die Eckrente nach 45 Beschäftigungsjahren mit durchschnittlichem Verdienst. Diesen Zustand nennt der Leiter der Abteilung Gesundheit, Pflege und Alterssicherung am SOCIUM Forschungszentrum der Uni Bremen ein Systemversagen.

Die Pflegeversicherung sollte ursprünglich eine Versorgung sichern, „die im Regelfall ausreicht, die pflegebedingten Aufwendungen abzudecken“. „Davon sind wir inzwischen weit entfernt“, kritisierte Rothgang. Er befürchtet, dass das Pflegethema „großen gesellschaftlichen Sprengstoff in sich trägt“.

Rothgang fordert zudem, auch Beiträge auf Kapitalgewinne und Mieteinnahmen zu erheben.

Passend dazu: Prof. Dr. Heinz Rothgangs weiteres großes Thema, die neue Personalbemessung, steht auch auf dem AltenpflegeKongress im Fokus. Hier werden die Ergebnisse der Modellprojekte vorgestellt. Alle Infos und Anmeldung…