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Projekt PEPAplus erprobt neue Rolle in der Altenpflege

Pflegefachpersonen übernehmen in der stationären Altenpflege zunehmend die Versorgung chronisch kranker Menschen mit komplexen gesundheitlichen Bedürfnissen. Das Modellvorhaben PEPAplus setzt auf ein erweitertes Rollenprofil für Pflegefachpersonen in der direkten Versorgung.

Bild: Adobe Stock/Thares2020

Komplexe Anforderungen in der Altenpflege

Viele ältere Menschen leben mit Multimorbidität, kognitiven Beeinträchtigungen und hoher Pflegebedürftigkeit. Chronische Erkrankungen und akute Gesundheitsverschlechterungen erhöhen den Bedarf an kontinuierlicher interprofessioneller Versorgung. Seit 2003 und 2004 gibt es in Deutschland Studiengänge für Pflege, die Pflegefachpersonen für evidenzbasierte Pflege in komplexen Situationen qualifizieren. In der stationären Altenpflege arbeiten jedoch bisher nur wenige hochschulisch ausgebildete Pflegefachpersonen. Zudem fehlen klare Rollenprofile für ihren Einsatz in der direkten Versorgung.

Forschungsprojekt Expand Care

Das Forschungsprojekt Expand Care lief von 2021 bis 2024 und wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Ziel war es, ein neues Rollenprofil für bachelorqualifizierte Pflegefachpersonen zu entwickeln. Das Profil trägt den Namen Pflegefachperson mit erweiterten Kompetenzen für personenzentrierte Versorgung in der Altenpflege, kurz PEPA.

Im Projekt übernahmen PEPAs neue Aufgaben. Dazu gehörte etwa die Einführung strukturierter Kommunikation in der Pflegeübergabe und mit Arztpraxen nach dem SBAR Konzept. Außerdem führten sie strukturierte Gespräche mit Bewohner:innen und Angehörigen und beobachteten gesundheitliche Entwicklungen stärker, um präventive Maßnahmen einzuleiten.

Modellvorhaben PEPAplus

Auf Basis der Ergebnisse startete im Oktober 2025 das Modellvorhaben PEPAplus. Es läuft über 36 Monate und wird vom GKV Spitzenverband mit rund 3,2 Millionen Euro gefördert. Der Großteil der Mittel refinanziert die PEPAs in teilnehmenden Einrichtungen.

Teilnehmen können Einrichtungen in Schleswig Holstein und angrenzenden Bundesländern mit mindestens 60 vollstationären Bewohner:innen. In kleineren Einrichtungen wird eine PEPA finanziert, in größeren bis zu zwei. Die Universität zu Lübeck übernimmt die wissenschaftliche Evaluation gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf.

Das Modellvorhaben untersucht Wirksamkeit und Machbarkeit der neuen Rolle. Ziel ist es, die präventive Versorgung chronisch kranker Bewohner:innen zu stärken und die Kompetenzen im gesamten Pflegeteam weiterzuentwickeln.

Weitere Informationen zur Diskussion finden Sie im aktuellen „Wissenschaft und Forschung“ der Fachzeitschrift Altenpflege (03/2026). https://www.altenpflege-online.net/epaper/