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Debatte um Rückkehr zur Altenpflegeausbildung

Ein Bericht der Bundesregierung nach Paragraf 62 Pflegeberufegesetz zeigt, dass der spezialisierte Abschluss in der Altenpflege kaum gewählt wird. In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Altenpflege debattieren Bernd Meurer und Prof. Dr. Claudia Winter über die Zukunft der Pflegeausbildung.

Foto: Werner Krüper

Kritik an der Generalistik
Bernd Meurer betont, dass die generalistische Pflegeausbildung zur falschen Zeit eingeführt worden sei. Der Fachkräftemangel habe sich bereits verschärft. Die frühere eigenständige Altenpflegeausbildung habe stabile Zuwächse gebracht. Seit der Umstellung fehle diese Dynamik. Der Personalmangel gefährde die Versorgungssicherheit. Familien fänden immer seltener passende Angebote. Meurer kritisiert zudem politische Untätigkeit und fehlende Lösungen bei der Fachkräftegewinnung. Die frühere Ausbildung habe Quereinsteiger:innen und Assistenzkräfte angesprochen. Diese Zugänge seien heute weitgehend versperrt. Auch die Abwanderung von Personal in Krankenhäuser verschärfe die Lage. Eine Rückkehr zur eigenständigen Altenpflegeausbildung könne Teil der Lösung sein.

Argumente für die Generalistik
Prof. Dr. Claudia Winter widerspricht. Die Mehrheit der Auszubildenden entscheide sich bewusst für die generalistische Ausbildung. Diese orientiere sich an den Anforderungen einer alternden und multimorbiden Gesellschaft. Pflegekräfte benötigten Kompetenzen über verschiedene Versorgungsbereiche hinweg. Der klassische Altenpflegeberuf bilde diese Breite nicht ab. Die geringe Nachfrage nach Spezialisierung spreche gegen eine Rückkehr zum alten System.

Perspektiven für die Praxis
Winter fordert stattdessen Verbesserungen innerhalb der Generalistik. Pflegeschulen sollten die Bedeutung der Altenpflege stärker vermitteln. Träger sollten attraktive Arbeitsbedingungen schaffen und die Praxisanleitung stärken. Die Pflege alter Menschen sei Teil eines gemeinsamen Berufsverständnisses. Spezialisierungen könnten darauf aufbauen. Entscheidend sei eine klare berufliche Identität. Politik und Profession tragen gemeinsam Verantwortung für die Versorgung älterer Menschen.

Weitere Informationen zur Diskussion finden Sie im aktuellen „Pro und Contra“ der Fachzeitschrift Altenpflege (04/2026). https://www.altenpflege-online.net/epaper/