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Pflegebevollmächtigte will Zugang zu Pflegegraden überprüfen
Die Zahl der Pflegebedürftigen ist seit 2017 von 3,4 auf 5,7 Millionen gestiegen. Pflegebevollmächtigte Katrin Staffler fordert nun eine Überprüfung der Schwellenwerte für Pflegegrade.
Ein neuer Bericht des IGES-Instituts zeigt den dramatischen Anstieg bei der Pflegebedürftigkeit. Der Anteil der Pflegebedürftigen an den gesetzlich Versicherten kletterte von 4,6 Prozent (2017) auf 7,6 Prozent (2024). Besonders auffällig: Der Anteil der Unter-65-Jährigen stieg von 17,5 auf 23,8 Prozent.
Pflegebevollmächtigte Katrin Staffler (CSU) sieht die Ursache in der Reform von 2017. Damals wurden aus drei Pflegestufen fünf Pflegegrade eingeführt. „Leistungen werden häufiger und in einem früheren Stadium beantragt als vor der gesetzlichen Neuregelung“, sagte Staffler der Deutschen Presse-Agentur. Sie nannte die Überprüfung der Schwellenwerte einen möglichen Reformansatz.
Oliver Blatt, Vorsitzender des GKV-Spitzenverbands, kritisierte: „Bei der Einführung der fünf Pflegegrade habe die Politik den Zugang großzügiger gestaltet als vorgeschlagen.“ Staffler mahnte: „Ziel muss es sein, die verfügbaren Leistungen zielgenau, bedarfsgerecht und sachgerecht denjenigen zukommen zu lassen, die auf Unterstützung angewiesen sind.“
Diakonie und der Deutsche Evangelische Verband für Altenarbeit und Pflege e.V. (DEVAP) warnen vor den geplanten Änderungen. „Das ist ein Bruch mit den Zusagen aus dem Koalitionsvertrag“, kritisierte Elke Ronneberger, Bundesvorständin Sozialpolitik der Diakonie Deutschland. Die Verbände befürchten massive Einschnitte für Pflegebedürftige und Pflegeanbieter.
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