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CDU-Pflegeexperten ergreifen Partei für die Altenpflege

Erwin Rüddel, pflegepolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, und Erich Irlstorfer, Berichterstatter für Pflegeberufe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, haben ihre Kritik an den Plänen der Bundesregierung für eine generalistische Pflegeausbildung erneuert und eine Lanze für die Beschäftigten in der Altenpflege gebrochen.

- "Die Akzeptanz für eine gemeinsame Berufsausbildung würde steigen, wenn die Besonderheiten der Altenpflege auf Augenhöhe mit der Krankenpflege in diese neue Ausbildung einfließen würden": die CDU/CSU-Politiker Erwin Rüddel (links) und Erich Irlstorfer wenden sich gegen die Generalistik in der geplanten Form.Fotos: Archiv

"Wir plädieren für eine Lösung, mit der wir einen evolutionären Wandel hin zu einer gemeinsamen Berufsausbildung erreichen, ohne die Pflegekräfte in den einzelnen Berufszweige fachlich zu überfordern und ohne die völlige Aufgabe der jeweiligen beruflichen Identitäten", schreiben die beiden Bundestagsabgeordneten in einer gemeinsamen Erkklärung, "wir sollten das Risiko vermeiden, jetzt mit einem ,revolutionären' Einschnitt die bestehenden Strukturen völlig aufzugeben, ohne zu wissen, welche Folgen das für die einzelnen Pflegebereiche und letztlich für die Pflegebedürftigen hat."

Derzeit hätten viele Praktiker in der Pflege die Sorge, dass die Inhalte der Krankenpflege – bedingt durch EU-Vorgaben – die Reform dominieren. "Die Akzeptanz für eine gemeinsame Berufsausbildung würde sicherlich steigen, wenn die Besonderheiten der Kinderkrankenpflege und der Altenpflege auf Augenhöhe mit der Krankenpflege in diese neue Ausbildung einfließen würden", so Rüddel und Irlstorfer, "während in der Krankenpflege überwiegend Abiturienten und Realschüler einen Abschluss machen, gibt es in der Altenpflege ein wesentlich breiteres Spektrum an Bildungsabschlüssen, beginnend bei den Hauptschülern, und sehr viele Quereinsteiger." Mit einer rein generalistisch angelegten Ausbildung und den damit verbundenen Anforderungen wäre es nicht ausgeschlossen, dass man viele jungen Menschen mit Hauptschul-Niveau in die Hilfstätigkeit schiebe: "Diesen jungen Menschen würde man jede Perspektive auf Aufstieg in der Gesellschaft nehmen."

Ausdrücklich begrüßen die CDU/CSU-Politiker deshalb die Initiative von GKV-Vorstand Gernot Kiefer, eine zeitlang mehrere Ausbildungswege zuzulassen (wir berichteten am 2. Januar unter "Pflegeausbildung: Kassen machen Kompromissvorschlag") und gehen damit auf Distanz zu ihren Parteifreundinnen Maria Michalk und Karin Maag, die dazu aufgerufen haben, das Pflegeberufereformgesetz und die generalistische Ausbildung in der geplanten Form Wirklichkeit werden zu lassen (wir berichteten am 5. Januar unter "Generalistik: Die CDU ist weiter uneins").