Personal

Einrichtungen kämpfen mit Fachkräftemangel

92 Prozent der Pflegeeinrichtungen mussten Bewohner ablehnen, bei 42 Prozent blieben Pflegeplätze aufgrund des Fachkräftemangels unbesetzt und 64 Prozent verfehlten ihre Wachstumsziele.

Altenpflegebarometer 2020
Foto: Adobe Stock/CJohns/VN Daten aus erster Hand: Das 3. Altenpflegebarometer spiegelt die Lage der Pflege in Deutschland wider.

Das sind einige der Ergebnisse des Altenpflegebarometers 2020, durchgeführt vom führenden Fachmedienhaus Vincentz Network und der Evangelischen Heimstiftung. Die repräsenative Studie erscheint seit 2016 alles zwei Jahre und bildet als einzige die Stimmungslage der Führungskräfte in der Altenpflege ab.

„Zwar stammt die Studie aus dem Frühjahr, bevor die Corona-Krise begann. Doch an den zentralen Problemen hat sich nichts geändert: Der Fachkräftemangel spitzt sich dramatisch zu!“, betont Steve Schrader, Chefredakteur von Altenheim und CAREkonkret. 96 Prozent der Befragten gaben an, dass der Fachkräftemangel sich in den letzten zwei Jahren deutlich verschärft habe, und bei 85 Prozent aller Einrichtungen dauert es meist länger als drei Monate, bis eine Pflegefachkraftstelle besetzt ist. 59 Prozent sind überzeugt, dass sich die Personalsituation erst dann verbessern werde, wenn Pflegekräfte deutlich besser bezahlt werden. Sogar die Führungskräfte wünschen sich mehrheitlich (64 Prozent) inzwischen einen flächendeckenden Tarifvertrag.
„Die Ergebnisse des Altenpflegebarometers zeigen die Welt vor Corona. Sie werden aber durch die Krise bestätigt, denn gerade 2020 wurde deutlich, dass einmalige Finanzspritzen und Prämien keine langfristige Lösung sind“, ergänzt Bernhard Schneider, Hauptgeschäftsführer der Evangelischen Heimstiftung. „Die Politik muss die Finanz- und Strukturreform der Pflegeversicherung jetzt starten. Und sie hat mit dem 2. Rothgang-Gutachten einen Fünf-Stufen-Plan auf dem Tisch, der zeigt, wie die nachhaltige Begrenzung der Eigenanteile realisiert und finanziert werden kann.“

Das 3. Altenpflegebarometer finden Sie in einer Kurzversion vorab www.vincentz.de/presse im Downloadlink.