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Mangelernährung im Alter vermeiden: DGG veröffentlicht neue Info-Flyer

Die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) stellt zwei kostenlose Flyer bereit, die Betroffenen, Angehörigen und medizinischem Fachpersonal helfen sollen, Mangelernährung und unzureichende Eiweißzufuhr bei älteren Menschen frühzeitig zu erkennen und gegenzusteuern.

Nicht nur untergewichtige Personen seien betroffen – auch formal normalgewichtige Patientinnen und Patienten könnten mangelernährt sein. Foto: Werner Krüper

Die Arbeitsgruppe Ernährung und Stoffwechsel der DGG hat die beiden Informationsblätter entwickelt, die sich an Hausarztpraxen, geriatrische Einrichtungen, Pflegeheime und weitere Versorgungspartner richten. Laut AG-Leiterin Dr. Mirja Katrin Modreker bieten die Flyer „ein niedrigschwelliges Instrument, um Mangelernährung und unzureichende Proteinaufnahme strukturiert anzusprechen, zu erklären und erste Maßnahmen einzuleiten“. Beide Dokumente stehen laut DGG auf der Website der Arbeitsgruppe zum kostenlosen Download bereit und können in Praxen ausgedruckt sowie mit einem Praxisstempel versehen an Patientinnen und Patienten weitergegeben werden.

Mangelernährung betrifft auch Menschen mit Normalgewicht

Der erste Flyer widmet sich dem Thema Mangelernährung und räumt laut DGG mit einem verbreiteten Missverständnis auf: Nicht nur untergewichtige Personen seien betroffen – auch formal normalgewichtige Patientinnen und Patienten könnten mangelernährt sein. Die Fachgesellschaft weist darauf hin, dass Mangelernährung häufig als Folge akuter oder chronischer Erkrankungen auftrete und das Risiko für Muskelschwäche, Stürze und Infektionen erheblich steigere.

Der Flyer beschreibt laut DGG typische Warnsignale wie ungewollten Gewichtsverlust, nachlassenden Appetit und zunehmende Schwäche. Als häufige Ursachen werden neben Erkrankungen auch Kau- und Schluckstörungen, Einsamkeit und eingeschränkte Mobilität genannt. Für jede dieser Ursachen liefert das Informationsblatt direkt umsetzbare Gegenmaßnahmen – etwa den Einsatz appetitanregender Gewürze, die Zubereitung weicher oder passierter Speisen bei Schluckproblemen, die Nutzung von Essen-auf-Rädern-Diensten oder die Organisation gemeinsamer Mahlzeiten.

Hochkalorische Rezeptideen und eine Wochenübersicht zur Selbstkontrolle

Über die reine Aufklärung hinaus enthält der Mangelernährungs-Flyer laut DGG konkrete Tipps, um die tägliche Energiezufuhr zu steigern. Empfohlen wird unter anderem, Speisen mit Öl, Käse, Sahne, Butter oder Nüssen anzureichern. Ergänzend finden sich hochkalorische Rezeptideen wie Joghurtgetränke oder Grießbrei mit Sahne. Eine beigefügte Wochenübersicht soll es Betroffenen erleichtern, drei Haupt- und zwei Zwischenmahlzeiten pro Tag zu planen und zu dokumentieren, ob die selbst gesteckten Ernährungsziele erreicht wurden.

Ältere Menschen brauchen mehr Protein als bisher vielfach angenommen

Der zweite Flyer konzentriert sich auf die Proteinversorgung und hebt laut DGG hervor, dass eine ausreichende Eiweißzufuhr entscheidend sei, um Muskelkraft, Knochenstabilität und ein funktionierendes Immunsystem im Alter aufrechtzuerhalten. Nach aktuellem wissenschaftlichem Stand benötigen Menschen ab 65 Jahren demnach rund ein Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht täglich – bei Krankheit häufig noch mehr. Viele ältere Patientinnen und Patienten gingen jedoch noch von deutlich niedrigeren Richtwerten aus, so die DGG.

Hier Flyer runterladen: