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Mehrheit befürwortet verpflichtenden Gesellschaftsdienst

Eine Ipsos-Studie zeigt, dass 73 Prozent der Deutschen einen verpflichtenden Gesellschaftsdienst unterstützen. Besonders beliebt sind Tätigkeiten in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern.

Ob er wohl kommt? Ein verpflichtender Gesellschaftsdienst könnte unterschiedliche Menschen und Generationen zusammenbringen. Foto: AdobeStock/Uwe Annas

In Deutschland wird derzeit über die Wiedereinführung der Wehrpflicht und einen verpflichtenden Gesellschaftsdienst diskutiert. Eine aktuelle Studie des Markt- und Meinungsforschungsinstituts Ipsos ergab, dass knapp drei Viertel der Deutschen die Einführung eines solchen Pflichtdienstes befürworten. Besonders Männer (77 %) und ältere Altersgruppen zeigen sich zustimmend, während der Anteil bei den 18- bis 25-Jährigen mit 66 Prozent am niedrigsten ist.

Eine deutliche Mehrheit der Befürworter (79 %) spricht sich für einen geschlechtsunabhängigen Pflichtdienst aus. Rund die Hälfte sieht diesen Dienst ausschließlich für junge Erwachsene zwischen 18 und 25 Jahren vor, während knapp jeder Dritte alle Erwachsenen ab 18 Jahren in der Pflicht sieht.

Soziale Tätigkeiten besonders gefragt

Bei den bevorzugten Einsatzbereichen stehen Pflegeeinrichtungen (71 %) und Krankenhäuser (66 %) an der Spitze, gefolgt von der Obdachlosenhilfe (59 %) sowie Katastrophenschutz und Rettungsdiensten (je 58 %). Ein Engagement in religiösen Einrichtungen halten hingegen nur 20 Prozent der Befragten für sinnvoll.

Der militärische Pflichtdienst wird von 38 Prozent der Befragten als sinnvoll erachtet, wobei Männer (44 %) und junge Erwachsene (42 %) diesem häufiger zustimmen als Frauen (32 %).

Kritiker befürchten billige Arbeitskräfte

Die Hauptgründe für die Befürwortung eines verpflichtenden Gesellschaftsdienstes sind die Erweiterung des eigenen Horizonts und das Erlernen neuer Fähigkeiten, das Zusammenkommen unterschiedlicher Menschen sowie der Beitrag für das eigene Land. Kritiker des Pflichtdienstes befürchten jedoch eine Ausnutzung als billige Arbeitskräfte, die Erschwerung der Lebensplanung  und einen zu starken Eingriff in die persönliche Freiheit.

Das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Ipsos hat die repräsentative Studie in Kooperation mit der beruflichen Schule für Medien und Kommunikation in Hamburg-Wandsbek (bmk) durchgeführt.

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