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Mit Angehörigen partnerschaftlich zusammenarbeiten

Wenn aus einer langjährigen Pflegesituation überlastete Angehörige auf gestresste Pflegekräfte treffen, sind Konflikte und Missverständnisse programmiert. Einrichtungen, die Angehörige integrieren und ihre Kommunikationsstrukturen verbessern, beugen dem vor.

- Ein zentrales Element gelungener Angehörigenarbeit ist eine zugehende Kommunikation – das heißt, eine Form der Beziehungsgestaltung mit den Angehörigen, die proaktiv von den Mitarbeitern ausgeht.Foto: Werner Krüper

Wie das gelingen kann, beschreibt Sabine Engel in der April-Ausgabe der Zeitschrift Altenpflege. Dazu gehört aus Sicht der Professorin für Soziale Gerontologie an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen, Angehörige schon vor dem Heimeinzug unter anderem über die in der Einrichtung verfolgten Pflegekonzepte und -ziele zu informieren, sie durch Beratungsgespräche auf ihre zukünftige Rolle vorzubereiten, sie auch später bei der Bewältigung schwieriger Situationen zu begleiten, verbindliche Rückmeldestrukturen und Ansprechpersonen zur Verfügung zu stellen sowie die Bedürfnisse und Vorstellungen der Angehörigen zu erfragen und die Angehörigen, soweit dies erwünscht ist, in bestimmte Aufgabenfelder zu integrieren.

So konnte beispielsweise durch die Implementierung des Schulungs- und Fortbildungsprogramms "EduKation demenz Pflegeheim", das die Autorin entwickelt hat, in Altenpflegeeinrichtungen positive Auswirkungen auf alle beteiligten Akteure erzielt werden: auf die Zufriedenheit der Angehörigen mit der Einrichtung, auf die Qualität der Beziehung von Pflegekräften und Angehörigen, auf die Arbeitszufriedenheit der Pflegekräfte und sogar auf das beobachtbare Wohlbefinden der Bewohner. Unter anderem fühlten sich die Angehörigen stärker integriert und die Pflegekräfte mehr unterstützt und weniger kritisiert durch die Angehörigen.

Welche Strategien in der Angehörigenkommunikations sich außerdem anbieten, steht in der aktuellen Altenpflege.