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Pflege-Gewerkschaft: Strukturelle Benachteiligung im öffentlichen Dienst

Die aktuelle Tarifeinigung 2025 zwischen ver.di und Bund sowie VKA bringe zwar Bewegung in zentrale Fragen der Entlohnung im öffentlichen Dienst, so die Pflege-Gewerkschaft BochumerBund. Einmal mehr gehe diese Bewegung aber an den beruflich Pflegenden vorbei.

Pflegefachpersonen mit und ohne Studium müssten tariflich gleichbehandelt werden wie andere Gesundheitsberufe mit vergleichbarer Verantwortung, so der BochumerBund. Foto: AdobeStock/Wilm Ihlenfeld.

Während Hebammen künftig einheitlich in die Entgeltgruppe P11 eingruppiert werden – unabhängig davon, ob sie eine akademische Ausbildung absolviert haben oder nicht – verharren Pflegefachpersonen weiterhin mehrheitlich in den Gruppen P7 oder P8, so der BochumerBund in einer aktuellen Meldung. Auch ein abgeschlossenes Pflegestudium ändere daran in der Regel nichts.

„Was wir hier sehen, ist ein tarifpolitischer Offenbarungseid“, erklärt die BochumerBund-Bundesvorsitzende Selina Mooswald. „Während Hebammen ihre Berufsrolle mit Vorbehalt und klarer fachlicher Zuständigkeit selbstbewusst vertreten und daraus konkrete tarifliche Vorteile ziehen, wird die Pflegeprofession im System weiter als Hilfsberuf verhandelt.“

BochumerBund: Möglichkeiten zur Höhergruppierung bestehen

Diese Entwicklung mache laut Gewerkschaft deutlich, dass die rechtlichen und fachlichen Möglichkeiten zur Höhergruppierung von Pflegefachpersonen zwar bestünden, jedoch nicht genutzt würden. Die Berufspolitik der professionellen Pflege verfehle es bislang, den Vorbehalt der Pflegeprofession gemäß § 4 PflBG tariflich und strukturell wirksam zu machen. Die Folge: Die gesellschaftlich hochgeschätzte Verantwortung der Pflegeberufe spiegele sich weiterhin nicht im Gehalt wider.

Eingruppierung in mindestens P10 sei längst überfällig

Dass ausgerechnet in einer Zeit, in der Pflegefachpersonen durch zunehmende Akademisierung, hochkomplexe Versorgungssituationen und Verantwortung im interdisziplinären Team massiv gefordert seien, eine tarifliche Anerkennung ausbleibe, sei nicht nur ein Schlag ins Gesicht der Berufsgruppe, sondern auch ein Risiko für die Versorgungssicherheit im Gesundheitswesen, so die Gewerkschaft.

Der BochumerBund fordert daher eine strukturelle Neuausrichtung der Eingruppierungssystematik: Pflegefachpersonen mit und ohne Studium müssten tariflich gleichbehandelt werden wie andere Gesundheitsberufe mit vergleichbarer Verantwortung. Die Eingruppierung in mindestens P10 sei längst überfällig.

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