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Pflegekassen warnen vor Zahlungsunfähigkeit im Oktober
Die Pflegeversicherung steuert auf eine akute Finanzkrise zu. Bereits im Oktober könnten die Mittel aufgebraucht sein, warnt der Spitzenverband der Krankenkassen.
Die finanzielle Lage der Pflegekassen hat sich dramatisch verschlechtert. Laut dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen lief in den ersten sechs Monaten 2024 ein Defizit von 770 Millionen Euro auf. Verbandschef Oliver Blatt sprach von „Alarmstufe Rot“ und warnte: „Voraussichtlich im Oktober würden die Einnahmen nicht mehr reichen, um die Pflegeleistungen voll zu finanzieren.“
Bis Jahresende fehlen weitere 500 Millionen Euro – obwohl der Bund bereits ein Darlehen von 3,2 Milliarden Euro gewährt hat. Ohne diese Hilfe läge das Defizit bei 4,4 Milliarden Euro. Die Ausgaben stiegen im ersten Halbjahr um elf Prozent, während die Beitragseinnahmen nur um 3,9 Prozent zulegten.
Hauptgründe sind die wachsende Zahl Pflegebedürftiger und höhere Zuschüsse zu Eigenanteilen in Pflegeheimen. Blatt beruhigte jedoch: „Die Pflege kann nicht pleitegehen. Es muss sich keiner Sorgen machen, die Pflegeleistungen werden bezahlt.“
Die Bundesregierung plant eine Reform für den Herbst. Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) will das Gesetz im September ins Kabinett bringen.
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