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Pflegerat: Pflegenotstand auch volkswirtschaftlich ein Mega-Problem

Im Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) sprach sich die Präsidentin des Deutschen Pflegerats, Christine Vogler, für einen anderen Umgang der Zivilgesellschaft mit Pflege und Pflegebedürftigkeit aus. Sie warnte vor den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen des Notstands.

Christine Vogler, Präsidentin Deutscher Pflegerat
Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats Foto: Reiner Freese

Für Frühkontakt mit der Pflege sorgen

„Wir müssen über Pflege in der Gesellschaft viel selbstverständlicher sprechen“, so Vogler. Die Pflegeratspräsidentin erlebe immer wieder, dass Erwachsene kein konkretes Bild davon hätten, wie beruflich Pflegende arbeiteten.

Aus Voglers Sicht müsse es deshalb bereits in der Grundschule Kontakt mit den Themenbereichen Gesundheit und Pflege geben – auch, um die Gesellschaft dafür zu sensibilisieren. Denn für pflegebedürftige Menschen zu sorgen, müsse der gesellschaftliche Normalzustand sein.

Die Personallücke wächst

Ein Weitermachen wie bisher führe nach Voglers Einschätzung noch weiter in den Abgrund: In den kommenden Jahren werde sich der Fachkräftemangel weiter verschärfen. Mindestens 100.000 Pflegefachpersonen würden bis zum Jahr 2030 voraussichtlich fehlen.

Hauptgrund dafür ist der demografische Wandel: Laut Statistischem Bundesamt verlassen bis zum Jahr 2036 rund 30 Prozent der Erwerbstätigen altersbedingt den Arbeitsmarkt. Die geburtenstarken Boomer-Jahrgänge hinterlassen also eine potenziell riesige Personallücke.

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Wenn die Familie einspringen muss

Schon jetzt sei der Pflegenotstand so prekär, dass Pflegedienste teilweise nicht mehr ans Telefon gingen, erklärte Vogler der NOZ. Nicht zuletzt deshalb müssten neben den beruflich Pflegenden auch die Angehörigen von Pflegebedürftigen besser unterstützt werden. Denn es sei auch volkswirtschaftlich ein „Mega-Problem“, wenn Angehörige aus ihrem Beruf aussteigen müssten, um die Pflege etwa für ihre Eltern zu übernehmen, die keinen Pflegeplatz finden.