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Pilotprojekt: Münchenstift zieht Halbzeitfazit zur Vier-Tage-Woche

Pflegekräfte verteilen ihre 39 Wochenstunden jetzt auf vier statt fünf Tage. Das Pilotprojekt läuft seit Oktober 2025 – und die meisten Beschäftigten zeigen sich zufrieden mit dem Modell.

Münchenstift testet die Vier-Tage-Woche. Billd: Kerstin Groh.

Ein halbes Jahr lang testet die Münchenstift, ob die Vier-Tage-Woche in der Pflege ein Arbeitszeitmodell der Zukunft ist. Seit Oktober 2025 gibt es dazu in den neun städtischen Pflegeheimen ein Pilotprojekt. Die Halbzeitbilanz im Januar fällt positiv aus.

„Unsere Mitarbeitenden haben signalisiert, dass die Münchenstift mit der Vier-Tage-Woche auf dem richtigen Weg ist“, wird Geschäftsführer Andreas Lackner in einer Pressemitteilung zitiert. „90 Prozent der Rückmeldungen aus der Belegschaft sind positiv.“

Ein freier Tag mehr

In der Vier-Tage-Woche arbeiten die Pflegekräfte Unternehmensangaben zufolge nach wie vor Vollzeit: Sie verteilen 39 Wochenstunden demnach auf vier statt wie bisher auf fünf Tage. Das heißt: Sie arbeiten jetzt nicht mehr 7,8 Stunden am Tag (7 Stunden, 48 Minuten), sondern 9,75 Stunden (9 Stunden, 45 Minuten), jeweils zuzüglich Pause.

„Für unsere jungen, kinderlosen Kolleg:innen fallen eine Stunde und 42 Minuten Mehrarbeit am Tag kaum ins Gewicht“, so Lackner. „Im Gegenteil: Sie freuen sich, dass sie einen freien Tag mehr haben und nehmen das als großen Vorteil wahr.“ Anders hingegen sei die Situation für die Mütter und Väter unter den Kolleg:innen. Zu ihrem Alltag passten die längeren Arbeitszeiten weniger, etwa, weil sie ihre Kinder zu bestimmten Zeiten aus der Betreuung abholen müssen.

Freiwilliges Angebot

Die Vier-Tage-Woche sei ein freiwilliges Angebot und werde es – im Falle einer Fortführung – auch bleiben, betont Lackner. „Dann können Mitarbeitende sich für das Arbeitszeitmodell entscheiden, das bestmöglich zu ihrer jeweiligen Lebenssituation passt.“

„Ich genieße es, mehr Freizeit zu haben“, wird Zerina Avdic, Pflegehelferin im Münchenstift-Haus an der Tauernstraße in der Mitteilung zitiert. Die langen Schichten seien kein Problem. „Ich kann mir auch gut vorstellen, 12-Stunden-Schichten zu arbeiten“, sagt die 21-Jährige. „An den langen Tagen habe ich viel mehr Zeit für unsere Bewohner:innen und kann mich intensiver mit ihnen beschäftigen. Das finde ich schön. Und weil die Dienste sich überschneiden, kann ich meine Kolleg:innen besser unterstützen.“

Mit der Vier-Tage-Woche sollen die Mitarbeitenden bei der Münchenstift längere Erholungsphasen haben: Wer vier lange Tage in Folge arbeitet, hat anschließend drei Tage am Stück frei. Bei einer entsprechenden Dienstplangestaltung können daraus sogar sechs oder mehr freie Tage am Stück werden. Weil sich wegen der langen Arbeitstage einzelne Dienste überlappen, könnten Mitarbeitende laut Münchenstift auch ihre Bürozeiten entspannter erledigen.

Passend dazu: Mitreden, mitgestalten: Von der Dienstplanbeteiligung zur Vier-Tage-Woche

Eine Antwort auf “Pilotprojekt: Münchenstift zieht Halbzeitfazit zur Vier-Tage-Woche

  1. Ich finde die 4Tagewoche in der stationären Pflege sehr gut. Sie ist eine Bereicherung. Ich selbst arbeite in einer echten 4TAGEWOCHE mit 32h wöchentlich als Vollzeitstelle. Wie beschrieben, liegen die Vorteile auf der Hand. Ein zusätzlicher Erholungstag, unbezahlbar. Daneben bietet das #drksangerhausen gegenüber seinen Mitbewerbern noch viele weitere Vorteile…