News
Rentenvorteile in Österreich: DBfK Nordwest fordert weitergehendes Konzept
Pflegende können in Österreich ab 2026 bereits ab 60 Jahren in den Ruhestand gehen. Der DBfK Nordwest wirbt für ein Konzept, das noch darüber hinaus geht.
Ab 2026 gilt professionelle Pflege in Österreich als Schwerarbeit – und zählt damit neben dem Tagebau oder der Landwirtschaft formal zu den besonders belastenden Berufsfeldern. Unter bestimmten Voraussetzungen können beruflich Pflegende dadurch bereits ab 60 Jahren ohne Abzüge in den Ruhestand gehen.
Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) Nordwest hält Privilegien für Pflegefachpersonen im Rentensystem auch in Deutschland für sinnvoll und wirbt für ein Modell, das weit über die eher symbolische Regelung in Österreich hinausgeht.
Berufsattraktivität und Gesundheitsschutz mitdenken
„Die hohen Anforderungen professioneller Pflege sollten sich auch im Rentensystem abbilden“, so der DBfK Nordwest-Vorsitzende Dr. Martin Dichter. Anstelle des Österreicher Modells, das 45 geleistete Berufsjahre für einen vorzeitigen Renteneintritt voraussetzt, wirbt Dichter für einen Ansatz, der die Berufsattraktivität und den Gesundheitsschutz konsequent mitdenkt.
Beruflich Pflegende in Deutschland sollten nach zehn Berufsjahren (Vollzeitäquivalent) einen „Pflegeberufegratifikationsschein“ erhalten, der unter anderem die folgenden Leistungen garantiert:
- zusätzliche Rentenpunkte, die Pflegenden die Wahl zwischen einem früheren Renteneintritt und höheren Rentenansprüchen ermöglichen,
- Anspruch auf eine 35-Stunden-Woche bei Vollzeit sowie fünf zusätzliche Urlaubstage jeweils ab dem 50. Lebensjahr,
- leichteren Zugang zu Rehabilitationsmaßnahmen und spezielle Sicherung im Fall von Erwerbsminderung.
„Großer Handlungsbedarf“
„Dieses Konzept wirkt unmittelbar den Ursachen des Personalmangels in der Pflege entgegen, indem es die hohe Arbeitsbelastung des Berufs ernst nimmt und zugleich die Leistung der professionell Pflegenden anerkennt“, so Dichter. „Dass viele Pflegefachpersonen mit fortschreitendem Alter die Stunden reduzieren, den Beruf verlassen oder arbeitsunfähig werden, zeigt, wie groß der Handlungsbedarf ist.“
Passend dazu: DBfK-Präsidentin Lux: Koalitionsvertrag bietet gemischtes Bild
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu verfassen.
Sie haben noch kein Konto?
Jetzt registrieren