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Streit um die Rolle der Fachweiterbildung in der Pflege entbrannt

Die Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege kritisiert, dass im BAPID-Projekt Fachweiterbildungen nicht ausreichend berücksichtigt werden. Der Deutsche Pflegerat betont, dass der Prozess noch nicht abgeschlossen sei.

Eine Mitarbeiterin in Funktionskleidung läuft durch einen Flur
Die Fachweiterbildung hat maßgeblich zur Entwicklung hochqualifizierter Pflegefachpersonen beigetragen. Foto: AdobeStock/Pixel-Shot

Welches Ziel das BAPID-Projekt verfolgt

Das Projekt „BAPID – Bildungsarchitektur der Pflege in Deutschland“ wurde vom Deutschen Pflegerat (DPR) in Auftrag gegeben. Es soll eine fundierte Handlungsgrundlage für die zukünftige Gestaltung der Pflegebildung in Deutschland schaffen. Die wissenschaftliche Umsetzung erfolgt durch die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU).

DGF fordert höhere Einstufung der Fachweiterbildung

Die Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste (DGF) übt Kritik an den Ausführungen des BAPID II-Projekts. In einer Stellungnahme bemängelt der Verband, dass die Fachweiterbildung und die damit verbundenen Kompetenzen im BAPID-Modell nicht ausreichend berücksichtigt werden.

„Die Fachweiterbildung ist seit Jahrzehnten ein unverzichtbarer Bestandteil der Pflege und hat maßgeblich zur Entwicklung hochqualifizierter Pflegefachpersonen beigetragen“, so die DGF. Besonders problematisch sei, dass die Fachweiterbildung im Kompetenzmodell des BAPID-Projekts nur am Rande erwähnt werde und nicht als eigenständige Qualifikationsstufe anerkannt sei.

Die DGF fordert daher eine klare Einstufung der Fachweiterbildung im Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) auf Level 6. Dies entspräche internationalen Standards und würde eine bessere Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Weiterbildung ermöglichen. Darüber hinaus warnt die DGF vor erheblichen Risiken. Ohne eine angemessene Anerkennung der Fachweiterbildung könnten spezialisierte Pflegekräfte abwandern.

Deutscher Pflegerat verweist auf laufende Diskussionen

Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats (DPR), betont, dass das BAPID-Projekt als Diskussionsgrundlage dient: „Die DGF ist als Mitglied des Deutschen Pflegerats in diesen Prozess eingebunden. Das Ergebnis dieser laufenden Diskussionen wird in das Gesamtkonzept einfließen.“ Noch in diesem Jahr sollen weitere öffentliche Foren stattfinden, um die Umsetzungsperspektiven gemeinsam mit allen relevanten Akteuren zu erarbeiten. Ziel des BAPID-Projekts sei es, eine einheitliche, transparente und durchlässige Bildungsarchitektur für die Pflege in Deutschland zu schaffen – von der Ausbildung über Fachweiterbildungen bis hin zum Studium, so Vogler.

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