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Studie: Fast jede zweite Pflegekraft denkt ans Aufhören

Die neue Trendstudie Pflege & Soziales 2025 zeigt: Obwohl Motivation und Engagement hoch bleiben, droht ohne Reformen eine massive Verschärfung des Fachkräftemangels. Fast jede zweite Fachkraft denkt über einen Ausstieg nach – gefordert sind bessere Bedingungen, faire Bezahlung und digitale Entlastung.

Fast jede zweite Fachkraft (49,3 Prozent) denkt über einen Berufsausstieg nach. Foto: Adobe Stock/Heiko Küverling (Symbolbild).

Motivation und Engagement der Beschäftigten sind nach wie vor hoch, doch die Belastung wächst – und ohne tiefgreifende Reformen droht eine weitere Verschärfung der Fachkräftesituation. Das zeigt die neue Trendstudie Pflege & Soziales 2025, die von der myneva Group in Auftrag gegeben und vom Meinungsforschungsinstitut Civey durchgeführt wurde. Befragt wurden 2.505 Fachkräfte aus sieben europäischen Ländern.

Zentrale Ergebnisse im Überblick

  • Hohe Ausstiegsbereitschaft: Fast jede zweite Fachkraft (49,3 Prozent) denkt über einen Berufsausstieg nach – Hauptgründe sind Stress, unzureichende Bezahlung und fehlende Wertschätzung.
  • Ideelle Motivation bleibt stark: Über 60 Prozent nennen den direkten Kontakt mit Menschen als Hauptgrund für ihre Tätigkeit, mehr als die Hälfte möchte einen aktiven Beitrag für die Gesellschaft leisten.
  • Digitalisierung noch in den Kinderschuhen: Nur 18,6 Prozent arbeiten bereits in einem vollständig digitalen, mobilen Umfeld.
  • Offenheit für Künstliche Intelligenz: Mehr als 70 Prozent sehen den Einsatz von KI als sinnvolle Unterstützung bei Routinetätigkeiten an.

Die Ergebnisse zeigen ein einheitliches Muster über Ländergrenzen hinweg: Überlastung und Personalmangel sind demnach überall spürbar. Unterschiede bestehen vor allem in der Geschwindigkeit der Digitalisierung und in der Bereitschaft, neue Technologien einzusetzen. In einigen Ländern sind digitale Lösungen bereits stärker etabliert, während andere noch am Anfang stehen.

Digitalisierung als Hebel für Entlastung

Dabei werden digitale Werkzeuge und KI-gestützte Anwendungen von Pflegekräften nicht als Bedrohung gesehen, sondern als Chance. Sie können die Dokumentation erleichtern, Verwaltungsaufwand reduzieren und den Beschäftigten mehr Zeit für ihre eigentliche Aufgabe verschaffen – die direkte Betreuung von Menschen. Voraussetzung sei jedoch, dass diese Lösungen praxisnah sind und flächendeckend eingeführt werden.

„Die Studie macht deutlich, dass Pflege- und Sozialberufe in Europa dringend strukturelle Veränderungen brauchen. Beschäftigte fordern faire Bezahlung, weniger Bürokratie und mehr Zeit für die Menschen. Politik, Träger und Anbieter müssen jetzt gemeinsam handeln, um die Arbeitsbedingungen nachhaltig zu verbessern“, sagt Dieter Weißhaar, CEO der myneva Group.

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