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Anwerbung brasilianischer Pflegekräfte gestoppt

Die Hoffnungen waren groß. Tausende brasilianische Pflegefachpersonen sollten nach Deutschland kommen. Nun hat die Bundesagentur für Arbeit die Anwerbung gestoppt.

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Ohne Fachkräfte aus dem Ausland läuft in der Altenpflege nichts mehr. Foto: AdobeStock/MH

Bedenken aus Brasilien führen zum Stopp

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat das Vermittlungsabkommen zur Anwerbung brasilianischer Pflegekräfte nach Deutschland vorübergehend ausgesetzt. Hintergrund sind Bedenken der brasilianischen Regierung wegen eines vermeintlichen Überangebots an Pflegekräften im eigenen Land. Das Abkommen wurde aufgrund von Zweifeln an der tatsächlichen Verfügbarkeit dieser Fachkräfte und zur Vermeidung negativer Auswirkungen auf den brasilianischen Arbeitsmarkt ausgesetzt. Ursprünglich sah die Vereinbarung die Anwerbung von bis zu 700 Pflegekräften pro Jahr vor.

Das Bundesarbeitsministerium betonte, dass diese Maßnahme im Einklang mit den Prinzipien der fairen Mobilität stehe, die sicherstellen sollen, dass keine Anwerbung gegen die Interessen des Herkunftslandes erfolgt. Verstärkt wurde dies durch brasilianische Medienberichte über Beschwerden im Umgang mit Pflegekräften.

Kritik an Anwerbungspraxis und Forderung nach Überprüfung

Die Anwerbung brasilianischer Pflegekräfte wird seit 2018 von der BA forciert. Ministerin Annalena Baerbock (Grüne) und Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hatten 2022 bei einer Brasilienreise die Zusammenarbeit intensiviert, um dem Pflegenotstand in Deutschland zu begegnen. Ungeachtet dieser Bemühungen stellte Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) kürzlich die Wirksamkeit der bisherigen Anwerbungsstrategien in Frage. Er kritisierte die damit verbundenen Herausforderungen wie Sprachbarrieren und unattraktive Arbeitsbedingungen: „Wenn wir die Nachricht übermitteln müssen, hier darf man weniger als das, was man kann, wird auf keinen Fall besser bezahlt – so werden wir die Pflegekräfte aus dem Ausland nicht werben können“, so Lauterbach.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz fordert nun eine Überprüfung der Anwerbungspraxis durch den Bundesrechnungshof. Vorstand Eugen Brysch äußerte Bedenken über die Effizienz der bisherigen Maßnahmen. Er betonte, dass der deutsche Pflegekräftemangel auch durch das Anwerben ausländischer Fachkräfte gelöst werden müsse, jedoch ohne dabei Steuermittel zu verschwenden.

Passend dazu: Brasilianische Pflegekräfte sollen Pflegenotstand lindern

Eine Antwort auf “Anwerbung brasilianischer Pflegekräfte gestoppt

  1. freudenberg-1480

    Alle Markt-Insider wußten, dass das alles eine teure ’shit-show‘ ist, die unsere Politiker sich da wieder leisteten mit der staatlichen Anwerbung von Pflegekräften. Aber es ist prägend für die Zeit der Ampel, viel Lärm um Nichts! Private Vermittler machen das seit jeher günstiger, effizienter und schneller, aber das will in einer Regierung, wo es darum geht alles bis in Kleinste Detail regulieren zu wollen, keiner hören.
    Aber hey: So sind sicherlich mindestens hundert Millionen Flugmeilen für Kohorten von Behördenmitarbeitern über viele Jahre zusammen gekommen. Auslandszulagen, Hotzelkosten, Oreintierungsreisen etc. pp. Was das alles gekostet hat, geht eigtl. auf keine Kuhhaut. Bin gespannt, was draus wird.