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Brasilianische Pflegekräfte sollen Pflegenotstand lindern

Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) und Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sind nach Brasilien gereist und wollen unter anderem Pflegefachkräfte anwerben.

Foto: Susie Knoll Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) möchte mehr brasilianische Pflegefachpersonen nach Deutschland holen.

Besonders in qualifizierten Pflegeberufen sei der Bedarf an Fachkräften in Deutschland groß, während es in Brasilien einen Überhang an gut ausgebildeten Pflegekräften gebe, sagte Heil vor der Abreise. Man wolle „in Brasilien für Deutschland als attraktiven Standort mit guten Arbeits- und Lebensbedingungen werben“, machte Heil am Montag in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ deutlich.

Als Ziel nannten Heil und Baerbock, bis Ende nächsten Jahres „viermal so viele Visa für Fachkräfte (zu) bearbeiten wie bisher“. In Brasilien sei jede zehnte Pflegekraft arbeitslos – trotz guter Ausbildung, schrieben sie. Der Arbeitsminister will am Montag bei einem Termin in einer Ausbildungsstätte für Pflegeberufe der Katholischen Universität Brasilia (UCB) und einem Besuch bei der brasilianischen Pflegekammer Cofen über die Anwerbung von Pflegekräften sprechen. Die UCB ist die zweitgrößte Hochschule in der Hauptstadt. Sie bildet in einem vierjährigen Studiengang Pflegekräfte mit Bachelor-Abschluss aus.

Mit der Pflegekammer Cofen hat die Bundesagentur für Arbeit (BA) im Juni 2022 eine Absprache zur Vermittlung von Pflegefachkräften unterzeichnet. Die brasilianische Pflegekammer hat rund 2,5 Millionen Mitglieder. Derzeit betreut die BA nach eigenen Angaben 374 Bewerber aus Pflegeberufen. Eine vollständige Anerkennung der Pflegeausbildung dauert drei bis acht Monate. Laut Heil hält die BA die Anwerbung von bis zu 700 Pflegekräften pro Jahr für möglich.

Passend dazu: Hilfsorganisation sieht Anwerbung von Gesundheitsfachkräften kritisch

Eine Antwort auf “Brasilianische Pflegekräfte sollen Pflegenotstand lindern

  1. schikofski

    Herr Heil möchte jetzt Menschen aus Brasilien bitten, in Deutschland unter Bedingungen zu arbeiten, unter denen viele deutsche Pflegekräfte nicht (mehr) arbeiten möchten…ja, klingt logisch.