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Erneuter Rückschlag für die Pflegewissenschaft

Das Institut für Pflegewissenschaft an der Universität Bielefeld (IPW) wurde gegründet, um die Pflegewissenschaft und -forschung voranzutreiben. Ende des Jahres könnte es seine Pforten schließen, weil das Land den Stecker zieht.

PTHV, Studium, Vallendar
Bislang ist nur ein sehr geringer Prozentsatz der Pflegenden hochschulisch ausgebildet. Foto: AdobeStock/Suteren Studio

Das Institut soll nach einer Entscheidung des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (MAGS) keine institutionelle Förderung mehr erhalten. Darauf hat der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) hingewiesen, der alarmiert ist.

Kommt es zu einer Schließung, wäre das ein weiterer Rückschlag für die Pflegewissenschaft. Zuvor ist bereits die pflegewissenschaftliche Fakultät der ehemaligen Philosophisch-Theologischen Hochschule in Vallendar (PTHV), heute Vinzent Palloti University, aus wirtschaftlichen Gründen stillgelegt worden.

Diese Aufgaben hat das Institut

Das IPW arbeitet darauf hin, pflegewissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen, die zur Verbesserung der pflegerischen Versorgung beitragen. Forschungsthemen sind etwa die Versorgung und Pflege chronisch kranker Menschen, Risiken und ausgewählte Phänomene in der Langzeitpflege und Prävention sowie Qualitätssicherung in der Langzeitpflege. Das Institut besteht bereits seit 1995.

Das sagt der Verband

„Deutschland ist in der Pflegewissenschaft im internationalen Vergleich von jeher schwach aufgestellt“, so die DBfK Bundesgeschäftsführerin Bernadette Klapper. „Der Wissenschaftsrat hat erst Ende letzten Jahres eindringlich die Notwendigkeit der Disziplinbildung auch in der Pflegewissenschaft formuliert, um den Herausforderungen in der Gesundheitsversorgung begegnen zu können. In dieser Situation entscheidet sich Nordrhein-Westfalen, ein renommiertes pflegewissenschaftliches Institut fallen zu lassen. Das macht mich fassungslos.“

Nach Klappers Beurteilung müsse das genaue Gegenteil passieren: pflegewissenschaftliche Fakultäten müssten auf- statt abgebaut werden. „Woher sollen das Wissen und die Evidenzbasierung in der Praxis kommen, wenn es keine pflegewissenschaftlichen Institute gibt?“, so Klapper.

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