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Vier-Tage-Woche in der Pflege: Neuer Vorstoß aus der Politik

Die Diskussion um die Vier-Tage-Woche nimmt weiter Fahrt auf. Nun hat sich Dr. Cornelia Klisch aus dem Thüringer Landtag dafür ausgesprochen, sie schrittweise in der Pflege einzuführen. Bei einigen Trägern läuft die SPD-Abgeordnete damit offene Türen ein.

Vier-Tage-Woche
Immer mehr Pflegeeinrichtungen setzen auf die Vier-Tage-Woche. Foto: AdobeStock/magele-picture

Die Vier-Tage-Woche hat derzeit Konjunktur. Immer mehr Projekte sprießen aus dem Boden – auch in der Pflege.  Ein Kulturwandel in der Arbeitswelt, der von einem Wettbewerb um Fachkräfte unter anderem durch flexiblere Arbeitszeitmodelle geprägt ist, deutet sich zumindest an. Erste Pilotprojekte ziehen ein positives Zwischenfazit.

Passend dazu: Warum es einen Kulturwandel in der Pflege mit Vier-Tage-Woche und Co. dringend braucht

Auch in der Politik läuft die Debatte um die Vier-Tage-Woche. Laut SPD-Gesundheitsexpertin Klisch müsse sie zuerst in Berufsfeldern mit hoher Arbeitsbelastung wie der Pflege eingeführt werden, statt im Büro oder Homeoffice, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Die SPD im Thüringer Landtag hatte das Thema schon im letzten Jahr auf die Agenda gesetzt und damit eine kontroverse Debatte angestoßen, auf deren Gegenseite die CDU stand. Die Christdemokraten sind strikt gegen Arbeitszeitverkürzungen.

Wie praxistauglich die Vier-Tage-Woche in der Pflege ist, könnte sich durch die Evaluation der laufenden Modellprojekte zeigen: darunter das Projekt des DRK Sangerhausen, das zum 1. Januar 2024 auf eine Vier-Tage-Woche und eine Stundenreduktion von 40 auf 36 Stunden bei vollem Lohnausgleich umgestellt hat. Es stützt sich auf die Annahme, dass die krankheitsbedingten Arbeitsausfälle durch die Vier-Tage-Woche deutlich zurückgehen und dadurch die Stundenreduktion (über-)kompensiert wird. Abwegig ist das nicht. Denn Beschäftigte in der Langzeitpflege fallen deutlich häufiger krankheitsbedingt aus als alle anderen Berufsgruppen. Längere Erholungszeiten könnten dem zumindest in der Theorie entgegenwirken.

3 Kommentare

  1. Sylva Wehling

    es hört sich ja gut an, 4 Tage/ Woche, aber an den Arbeitstagen immer ca.09 – 10h zu arbeiten, huii, dass muss man schaffen

  2. Karin Kaufhold

    …eine vier Tage Woche in der Pflege halte ich derzeit für nicht umsetzbar. In einigen Einrichtungen ist die Zahl der Krankheitstage so hoch, dass immer wieder aus dem „Frei“ eingesprungen werden muss. Bei den Krankheitstagen sollte man einmal mehr auf das Alter der „Kranken“ schauen. „Krankmacher“ sind nicht die alten Pflegekräfte, sondern junge Mitarbeiter, die keinen Bock auf Wochenend- und Nachtdienste haben. Und denen hat es unsere Politik ja besonders leicht gemacht… man hustet beim Hausarzt mal ins Telefon und schon darf man auf eine Erkältung ein paar Tage „blau“ machen. Hier läuft einiges schief.

    • Silvia Schmid

      Ich sehe es genauso. Wenn ältere Pflegekräfte krank sind, können sie auch nicht mehr.
      Erst brauchen wir mehr Pflegekräfte, ich kann auch nicht ein Haus bauen ohne Steine. Hauptsache man hat darüber gesprochen, ändern wird sich wie immer nichts in der Pflege und solange negativ berichtet wird, sowieso nicht.